Wohnung als Arbeitszimmer/Home Office

René ⌂ @, Dienstag, 21.08.2018, 22:41 (vor 88 Tagen) @ Steuerlaie

Das mit dem Antrag ist vernünftig, nur das bringt Klarheit, ob es eine Ausnahmeregelung geben kann. Der Steuerberater dagegen nicht. Es gibt den Scherz: Frag 3 Steuerberater und du hast vier Meinungen. Hier hätte ein Blick in die Satzunggeholfen. Ich zitiere §4 Abs. 1:

Eine Zweckentfremdung liegt insbesondere vor, wenn der Wohnraum mit mehr als der Hälfte der zur Verfügung stehenden Wohnfläche für gewerblich [b]oder beruflich[/b] Zwecke verwendet oder überlassen wird

Und die Abwägungsgenehmigung befindet sich in §5. Und die liest sich für diesen Fall auch nicht so passend für euch. Um es so zusagen: Ihr nehmt dem Wohnungsmarkt eine Single-Wohnung weg - in einer Stadt, wo der Mietmarkt ohnehin schon pervers ist. Ob nun eure Interessen höher liegen als die der Allgemeinheit wird dann der Knackpunkt des Verfahrens sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass §8 Abs. 4 herangezogen wird: eine vorrübergehende Umnutzung mit Ausgleichszahlung. Ob das am Ende dann günstiger kommt, weiß ich nicht.

Wenn die Zweckentfremdung durch ist, dann ist es keine Frage für Zweitwohnungsteuer und der steuerlichen Absetzung. Wenn es nicht klappt, bliebe als einzige Chance, die neue Wohnung zu nutzen, dass mehr als 50% Wohnnutzung ist, dann müsst ihr euch anmelden.

Wenn zwei Wohnungen im selben Haus liegen, heißt dennoch anmelden. Das Meldegesetz sieht dafür keine Ausnahmen vor.

Zu Alfreds Kommentar über die alte Wohnung: ein einzelner Raum stellt keine 50% her, daher war die alte Situation kein Fall von Zweckentfremdung.


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