Schönberger Strand Bodenrichtwertzonen 2018 und 2020

René ⌂ @, Mittwoch, 08.12.2021 (vor 42 Tagen) @ Rebell

Das ist ja schöne an Meinungsvielfalt: es gibt eben nicht die eine richtige Meinung - und genau dafür sind Foren ja da. Dass ein Eigentümerverein traditionell etwas gegen solche Erhebungen hat, ist nun wenig überraschend. Siehe deren Statement.

Fakt ist: Die Tatsache des Widerspruchs und die persönliche Haltung zur Besteuerung und dessen Bemessungsgrundlage sind zweierlei Paar Schuhe.

Die These, dass bei Modellen mit Bodenrichtwerten durch Ausbleiben von Widersprüchen Kommunen animiert werden, die Besteuerung jährlich zu verdoppeln, ist nicht nachvollziehbar. Zum einen würde das recht schnell absurde Höhen annehmen, deren Angemessenheit erst recht angefochten werden könnte, zum anderen könnten sie es auch mit den bisherigen Steuersätzen auf Basis der Einheitswerte oder Nettokaltmieten tun. Und ja, es gab immer mal wieder auch Kommunen, die größere Sprünge praktizierten (wie bspw. Berlin von 5% auf 15%) und das könnte auch künftig mal passieren. Und ferner ist dieses Konstrukt neben der Zweitwohnungsteuer vor allem für die Grundsteuer relevant - und dort dürfte es noch viel spannender werden, da ja dort letztendlich alle betroffen sein werden, nicht nur die Leute, die an den Küstenorten von Nord- und Ostsee Ferienwohnungen innehaben.

Spannend wäre in der Debatte natürlich, welche Alternativen dann sinnvoller seien. Der bayrische Ansatz, den Wert und die Lage bei der Grundsteuer außen vor halten zu wollen, halte ich für fraglich, erspart aber Aufwand beim Schätzen und anschließenden Streiten. Was natürlich denen zu Gute kommt, die sich 1A-Lagen leisten können.


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